Noch im Jahr 1909 wurde unser
Verein im Gauverband 1 aufgenommen.
Den ersten Erfolg konnte der junge
Verein bereits nach neun Monaten seines Bestehens
verbuchen. Mit der Weihe einer Standarte am 24.
April 1910 war nach kurzer Zeit ein Höhepunkt
erreicht.
Der unermüdliche Eifer der
Gründungsmitglieder am weiteren Aufbau des Vereins
wurde durch den Ausbruch des 1. Weltkriegs jäh
unterbrochen. Drei Mitglieder mussten bei diesem
Völkersterben ihr junges Leben lassen. Dies waren:
Hans Prohaska
Peter Soller
Hans Kottmüller
Am 03.Januar 1919 wurde die erste
Versammlung nach dem Krieg einberufen, um das
Vereinsleben wieder in Gang zu bringen. Bereits im
Februar beschloss man, vom Gauverband 1 zum
Landesverband Bayer. Volks- und
Gebirgstrachtenvereine überzuwechseln.
Bei der Standartenweihe unseres
Brudervereins "Edelweiß" -Unterföhring am 09. Mai
1920 übernahm unser Verein die Patenschaft.
Die Theaterspieler des Vereins
einigten sich 1921, einen eigenen Theaterverein zu
gründen, zum einen, um auch Nicht-Trachtlern das
Theaterspielen zu ermöglichen, zum anderen, um sich
dem Einfluss nichtspielender Mitglieder zu
entziehen. Dies war die Geburtsstunde des
Bauerntheaters Isamaning, das am 11. September 1921
gegründet wurde. Die Zusammenarbeit zwischen beiden
Vereinen ist bis heute sehr harmonisch und man fühlt
sich immer noch sehr eng verbunden, waren doch fast
alle Gründungsmitglieder des Bauerntheaters
Trachtler und unser 1. Vorplattler Sepp Deller sogar
der Gründungsvorstand dieser Gruppe.
Bei einer ausserordentlichen
Generalversammlung am 12. Mai 1923 beschloss man den
Verkauf des Theaterinventars und die Anschaffung
einer Fahne.
Nachdem Richtlinien für
Vereinsnamen herausgegeben wurden, entschied die
Versammlung im Juni 1923 den Namen "Dö Grüabinga"
und die Bezeichnung G.T.E.V. abzulegen und sich nur
noch
"Trachtenverein Ismaning"
zu nennen.
In einer Ausschuss-Sitzung im
Oktober 1923 legte man den Quartalsbeitrag auf 15
Millionen Mark fest.
Trotz dieser schwierigen Inflationszeit rüstete man
sich zum 15jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe,
zu dessen Anlass einige Mitglieder sogar die alte
Imaninger Volkstracht tragen konnten, die noch
vereinzelt vorhanden war.
Am 13. Juli war es dann soweit.
Die von der Fahnenstickerei Auer in München
hergestellte Fahne wurde zur Weihe getragen und ein
herrlicher Festzug bewegte sich durch Ismaning. Die
Patenschaft übernahm der Trachtenverein "Stoahaus`n
Kurz" aus München.
Das hervorragende Gesangsquartett
sowie das Duo Marie und Jackl Rottmaier waren gern
gesehene Gäste bei vielen Veranstaltungen.

Am 14. Juli 1929 feierte der
Verein sein 20jähriges Gründungsfest und zugleich
das 4. Kreisfest des Landesverbandes Bayerischer
Volks- und Gebirgstrachtenvereine, dem der Verein
damals angeschlossen war.
Fünf Jahre später, am 22. Juli
1934 wurde das 25jährige Bestehen des Vereins
gefeiert.
Unter dem Druck des Dritten
Reiches schränkte sich das bis dahin sehr rege
Vereinsleben stark ein. Trotzdem feierte man im
kleinen Rahmen das 30jährige Gründungsfest noch vor
Kriegsbeginn 1939. Schon drei Monate nach dem Fest
musste der Verein am 16. September 1939 seinen
amtierenden Vorstand Sepp Gutjahr, der überraschend
verstorben war, die letzte Ehre erweisen.
Mit dem Jahr 1939 ging auch das
Vereinsleben allmählich zu Ende, denn fast alle
aktiven Buam waren zur Wehrmacht eingezogen worden.
Trotz der schlechten
Nachkriegszeit reichte der Verein Anfang 1946 ein
Gesuch an die Militärregierung in München ein, in
welchem er um die Lizenz zur Weiterführung des
Vereins bat. Im Mai 1946 erhielt man die Genehmigung
und so berief der damalige Vorstand, unser
unvergessener Jackl Rottmaier, am 18. Mai die erste
Versammlung nach dem Krieg ein. Die Zahl der aktiven
Buam war erschreckend zusammengeschmolzen. Sieben
treue Kameraden waren im Felde geblieben.
Man gedachte den nicht mehr
heimgekehrten:
Hans Deller, Gottfried Maier
Michael Hausner, Max Stadler
Eduard Frischhut, Sepp Paulus
Alfons Ehrl
Als vermisst galten:
Franz Mösl, Paul Jell
Jakob Rottmaier jun.
1947 schloss sich der Verein dem
Isargau bayerischer Heimat- und Volkstrachtenvereine
an. Unser erstes Fest nach dem Krieg war das
40jährige Gründungsfest am 31. Juli 1949. Mit
grossem Einsatz wurde dieses Fest vorbereitet. Alle
Ortseingänge schmücktem schöne Triumphbögen, einen
besonders festlich gestalteten errichtete die
Familie Pichlmeier an der Ecke
Münchner-Bahnhofstrasse.
Am 20. August 1952 mussten wir
überraschend unseren Ehrenvorstand und
Gründungsmitglied Jackl Rottmaier zu Grabe tragen.
Unstimmigkeiten unter Teilen der
Vorstandschaft und den Mitgliedern führte 1958 zum
Austritt von sieben Mitgliedern, die dann einen
zweiten Trachtenverein gründeten. Dieser Vorfall
verband unsere Leute noch mehrund spornte sie an,
den Verein nach Kräften zu unterstützen.
Mit diesem Eifer wurde das
50jährige Gründungsfest vorbereitet, das am 19. Juli
1959 mit grossem Erfolg stattfand. Drei
Gründungsmitglider konnten dieses Fest noch
mitfeiern, dann mussten wir auch die letzten nach
und nach zur ewigen Ruhe begleiten.
1968 regten die Mitglieder an, dem
Verein einen neuen Namen zu geben, um sich vom
zweiten Ismaninger Verein deutlich zu unterscheiden.
Nach verschiedenen Vorschlägen einigte man sich auf
die zusätzliche Bezeichnung "Stamm", womit
ausgedrückt werden soll, dass wir der ältere und
somit der Stammverein der Ismaninger Vereine sind.
Im gleichen Jahr wurde dem Verein
die Duchführung des 50. Isargaufestes in Verbindung
mit unserem 60. Gründungsfest übertragen. Am 28. und
29. Juni 1969 führten wir dieses Fest durch. Es war
das grösste Trachtenfest, das Ismaning je erlebt
hatte.
69 Trachtenvereine mit ca. 3500
Teilnehmern, 12 Ortsvereine, eine Festkutsche und 10
Musikkapellen gestalteten einen farbenfrohen Festzug
durch unseren Ort. Das grösste Festzelt stand an der
Stelle des heutigen Hallenbades.
Schon Anfang der siebziger Jahre
zeigten sich Verschleisserscheinungen an unserer
Fahne, was bedeutete, dass wir uns zu unserem
70jährigen Gründungsfest eine neue Fahne anfertigen
lassen mussten. Ende 1977 wurde mit den
Vorbereitungen begonnen und Mitte 1978 der Firma
Schmid in Bad Reichenhall der Auftrag zur
Anfertigung unserer neuen Fahne erteilt. Unser
Patenverein "Stoahaus`n Kurz" München hatte sich
erfreulicher Weise bereit erklärt, nach 55 Jahren
auch diesmal die Patenschaft zu übernehmen.
Am 09. und 10. Juni 1979 feierten
wir das 70jährige Bestehen unseres Vereins mit der
Weihe der zweiten Fahne. Bei herrlichem Wetter
gestalteten 46 Trachten- und 14 Ortsvereine mit
sieben Musikkapellen den Festzug.
Die Entstehungsgeschichte des
Bauerntheaters und das Wirken einiger Mitglieder in
beiden Vereinen veranlasste uns, bei der Weihe der
neuen Schäfflerfahne anlässlich des 60.
Gründungsfestes des Bauerntheaters am 18. und 19.
Juli 1981 die Patenschaft zu übernehmen.
1982 liessen wir unsere 1924
geweihte Fahne bei der Fahnenstickerei Schmid in Bad
Reichenhall erneuern.
Besonders stolz sind wir, dass
unser Gründungslokal, die "Rest", auch nach 75
Jahren noch unser Vereinslokal ist und hoffentlich
immer bleiben wird.
Nach
jahrelangen Bemühungen, die bodenständige Tracht
nach alten Bildern und Vorlagen wieder zu
beschaffen, ist uns dies nun zu unserem 75.
Geburtstag am 20. Mai 1984 gelungen.
Drei Männer und zwei Frauen
unseres Vereins stellten beim Heimatabend und am
Festsonntag die Ismaninger Volkstracht vor, die mit
viel Interesse und Beifall angenommen wurde.
Besonderer Dank gilt unserem Ehrenmitglied
GeorgPrasch sen., der sich für die Beschaffung
unserer ursprünglichen Tracht unermüdlich einsetzte.
Das 80jährige Gründungsjubiläum
feierten wir im Rahmen eines Heimatabendes am 22.
Juli 1989 im Festzelt am Sportplatz an der
Lindenstrasse.
Bei Gründung des Vereins hatte man
sich auf die Miesbacher Tracht geeinigt, da viele
Mitglieder aus dem Oberland stammten und daher schon
ihre Trachten mitgebracht hatten. In den letzten 30
Jahren haben sich ein Grossteil der verheirateten
Frauen einen Schalk schneidern lassen, so dass wir
bei Festlichkeiten sowohl mit Festtracht, als auch
mit Schalk und seit dem 20. Mai 1984 sogar noch mit
unserer Volkstrachtengruppe ausrücken können.